Vw Vertragswerkstatt bad vilbel

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MÜNCHEN — Der Volkswagen Konzern hat alle Verträge mit dem bosnischen Zuliefererkonzern gekündigt, der vor zwei Jahren, als er die Auslieferung von Komponenten einstellte, viele deutsche Fabriken des Autobauers zum Erliegen brachte. Das Vorgehen von VW habe zu Arbeitsplatzverlusten und kürzeren Arbeitszeiten für seine Mitarbeiter geführt, sagte Prevent. Die Kündigung aller Verträge mit VW widerspreche den „kommerziellen Grundsätzen des guten Glaubens”, hieß es in einer Erklärung des Zulieferers. Prevent sagte, dass langfristige Verträge mit VW ohne die erforderliche Ankündigung am 21. März gekündigt wurden und der Autohersteller sich weigerte, teileteile ab dem 22. März zu akzeptieren, obwohl der Zulieferer erst vor kurzem erhebliche Investitionen für die Komponenten getätigt hatte. Laut einem Bericht des Wirtschaftsmagazins Wirtschaftswoche kostet Prevents Abgang VW rund 200 Millionen Euro (245 Millionen Euro). Dem Bericht zufolge belaufen sich die Kosten für die Positionierung anderer Zulieferer, um die Verträge von Prevent mit VW zu übernehmen, bei 159 Millionen Euro. Darüber hinaus würde es Schadenersatz zahlungen, obwohl die Höhe noch nicht festgelegt ist.

Das Magazin zitierte eine interne VW-Präsentation. VW äußerte sich nicht zu internen Dokumenten. Der Teilehersteller Prevent Group erklärte, das Vorgehen des VW-Konzerns sei rechtswidrig, weil der Autobauer nur einen Tag vorgab. Sie sagt, sie erwäge rechtliche Schritte. Die Prevent Group, ein Unternehmen mit Sitz in Sarajevo, wird von Nijaz Hastor kontrolliert, einem der reichsten Männer Bosniens. 2016 stellte Hastor die Produktion von Sitzbezügen und Eisengetriebe seiner Unternehmen ein, nachdem VW einen Auftrag storniert hatte. Der Streit zwang VW, die Produktion in sechs seiner zehn deutschen Fabriken, die Golfs, Passats, Motoren, Getriebe und Fahrwerkseinheiten bauen, zu unterbrechen. Die Arbeitsniederlegungen machten fast 28.000 VW-Beschäftigte und eine ungezählte Zahl von Beschäftigten in anderen Zulieferwerken zu nicht zur Hand. Prevent sieht die VW-Aktionäre als Opfer, weil die Kosten für die Entwicklung einer Ersatzlieferantenstruktur in den hohen Hundertmillionen Euro liegen werden.

VW müsse auch bereit sein, die Schadenersatzforderungen der betroffenen Unternehmen in deutlich höheren Beträgen zu akzeptieren, hieß es. Die Familie Hastor machte im vergangenen Jahr mit ihrem gescheiterten Übernahmeangebot für den bayerischen Zulieferer Grammer Schlagzeilen. In Deutschland beschäftigt Prevent rund 3.400 Mitarbeiter an acht Standorten in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und dem Saarland. Der Prevent-Konzern sei weiterhin zu einem konstruktiven Dialog mit VW bereit. VW habe „angemessene Schritte” unternommen, wenn man bedenke, dass es auf eine „vorhersehbare und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit seinen Zulieferern zu jeder Zeit” setze. Geschäftsbeziehungen werden regelmäßig geprüft, um die negativen Auswirkungen möglicher Produktionsstörungen „im Interesse unserer Kunden, Mitarbeiter, Händler und anderer Lieferanten” zu minimieren, so VW. Prevent sagte, die „gescheiterte Beschaffungspolitik” von VW betreffe Hunderte von Zulieferern und vor allem deren Mitarbeiter. VW verhalte ein Verhaltensmuster, das zu dem früheren Streit geführt habe, hieß es.

Der Zulieferer musste bei Prevent Foamtec in Stendal 90 Mitarbeiter entlassen. Rund 700 Mitarbeiter anderer Prevent-Konzerngesellschaften in Deutschland müssen in Kürze mit Arbeitszeitverkürzungen oder Kündigungen rechnen, hieß es. „So weit wie möglich werden einzelne Mitarbeiter in andere Werke innerhalb der Unternehmensgruppe verlagert”, sagte Prevent. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 30.000 Mitarbeiter und beliefert VW seit rund 25 Jahren mit Sitzbaugruppen sowie Gussteilen für Getriebe, Motoren, Bremsscheiben und Sitzbezüge. VW hat Prevent in der Vergangenheit mehrfach als „Lieferant des Jahres” ausgezeichnet.

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This post was written by , posted on august 14, 2020 vineri at 6:56 pm